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03.12.2012, 10:16

Chiefs gewinnen das Spiel nach der Tragödie

Die Patriots stehen in den Play-offs

Klare Verhältnisse herrschen nach Week 13 in der NFL bereits in vielen Divisionen. So sicherten sich die New England Patriots durch ein 23:16 bei den Miami Dolphins den Sieg in der AFC East. Tom Brady, Sebastian Vollmer & Co. können also für die Play-offs planen. Beachtlich war der Auswärtssieg der Pittsburgh Steelers ohne "Big Ben" in Baltimore, ebenso der Sieg der Kansas City Chiefs nur wenige Stunden nach dem Suizid eines Mitspielers.

Gemeinsames Gebet: Chiefs und Panthers versammelten sich nach dem Spiel in Gedenken an Jovan Belcher.
Gemeinsames Gebet: Chiefs und Panthers versammelten sich nach dem Spiel in Gedenken an Jovan Belcher.
© Getty Images

Der Tag nach der Tragödie war ein Spieltag in Kansas City. Die Chiefs traten gegen die Carolina Panthers an - obwohl sich tags zuvor ihr Linebacker Jovan Belcher im Klubzentrum erschossen hatte. Zuvor hatte er seine Lebensgefährtin umgebracht.

Das Spiel geriet so zur Nebensache, doch die bislang erst einmal siegreichen Chiefs behielten mit 27:21 die Oberhand gegen die Panthers (4:8). Im Vorfeld des Spiels hielten die Chiefs eine Schweigeminute im Stadion ab, verzichteten jedoch darauf, Belcher persönlich zu erwähnen. Stattdessen wurde "allen Opfern häuslicher Gewalt" gedacht.

Denver, Houston, Atlanta - Play-off-Ticket gesichert

Mit den Play-offs hat man in Kansas City nichts am Hut. Dagegen zogen die Denver Broncos (31:23 gegen Tampa Bay), die Houston Texans (24:10 in Tennessee) und die Atlanta Falcons vorzeitig in die K.o.-Runde ein. Atlanta hatte bereits am Donnerstag 23:13 gegen New Orleans gewonnen und sicherte sich durch die Niederlage von Tampa Bay den Divisions-Titel.

Weiter sind auch die New England Patriots um den Deutschen Sebastian Vollmer. Der AFC-East-Titel ist nach dem 23:16 in Miami sicher. Es war der sechste Sieg in Folge für die "Pats" (insgesamt 9:3), die ihre Titelambitionen mehr und mehr unterstreichen. Quarterback Tom Brady stellte mit seinem zehnten Divisionssieg einen neuen Rekord auf, toppte Joe Montana und Peyton Manning, der seit dem Gruppensieg der Broncos ebenso wie die frühere 49ers-Legende neun Erfolge aufweist.

Auf dem Weg zum zehnten Divisionstitel: Tom Brady (Nr. 12) bei der Ballübergabe an Running Back Stevan Ridley.
Auf dem Weg zum zehnten Divisionstitel: Tom Brady (Nr. 12) bei der Ballübergabe an Running Back Stevan Ridley.
© Getty Images Zoomansicht

Im Sun Life Stadium in Miami Gardens übernahmen die Patriots früh die Führung, die in der Folge nie ernsthaft gefährdet war. Brady erwischte dabei einen durchschnittlichen Tag, brachte 24 von 40 Pässen für 238 Yards an den Mann und warf einen Touchdown bei einer Interception.

Die beste Bilanz der Liga teilen sich mit jeweils 11:1-Siegen die Atlanta Falcons und die Houston Texans. Letztere gewannen am Sonntag 24:10 bei den Tennessee Titans. Quarterback Matt Schaub warf zwei Touchdown-Pässe bei 207 Yards Raumgewinn.

Böses Erwachen in Baltimore, Chicago und San Francisco

Bittere wie unerwartete Heimschlappen mussten die ambtionierten Teams aus Baltimore, Chicago und San Francisco hinnehmen. Die Ravens (9:3) verloren das Prestigeduell der AFC North gegen die Pittsburgh Steelers (7:5), obwohl diese ohne ihren etatmäßigen Quarterback Ben Roethlisberger angetreten waren. Sein erfahrener Vertreter Charlie Batch holte die Kastanien aus dem Feuer - mit einer vor allem nach der Halbzeitpause starken Vorstellung.

Die Bears (8:4) kassierten eine 17:23-Niederlage nach Verlängerung gegen die Seattle Seahawks (7:5) und müssen sich nun die Gruppenführung in der NFC North mit den Green Bay Packers teilen, die die Minnesota Vikings 23:14 in Schach hielten. Rookie-Quarterback Russell Wilson spielte auf wie ein "Großer" im Soldier Field und stach Gegenüber Jay Cutler aus. Im vierten Viertel dirigierte er sein Team in zwölf Spielzügen über 97 Yards übers Feld - gekrönt mit einem 14-Yard-Touchdown-Pass zu Receiver Golden Tate. 17:14 Seattle, 24 Sekunden noch. Cutler antwortete stark mit einem 56-Yard-Pass auf Brandon Marshall, die Bears konnten sich per Field Goal in die Overtime retten. In der Verlängerung dann wieder Wilson a la Peyton Manning: zwölf Spielzüge, 80 Yards, Touchdown! "Das war geil, heute hier zu spielen", sagte der Youngster.

Entscheidung im Soldier Field: Golden Tate fängt einen Wilson-Pass zum Touchdown, Shea McClellin kommt zu spät.
Entscheidung im Soldier Field: Golden Tate fängt einen Wilson-Pass zum Touchdown, Shea McClellin kommt zu spät.
© Getty Images

Ein anderer Youngster hatte weniger Glück. Colin Kaepernick bekam bei den San Francisco 49ers (8:3:1) eine weitere Chance an Stelle von Alex Smith, der nach seiner Gehirnerschütterung eigentlich wieder fit ist. Die Entscheidung von Trainer Jim Harbaugh pro Kaepernick mündete in eine 13:16-Overtime-Schlappe gegen die St. Louis Rams. Und das, obwohl die Niners drei Minuten vor Schluss mit 10:2 geführt hatten. Dann leistete sich der Spielmacher einen fatalen Fehler. Bei einer 3-und-3-Situation missglückte ein "Pitchout" zu Ted Ginn Jr., Rams-Cornerback Janoris Jenkins schnappte sich das Fumble und lief in die Endzone der Hausherren. Dank Zwei-Punkt-Conversion stand es unentschieden. Dann lief Kaepernick über 50-Yards in Field-Goal-Nähe, seine Unerfahrenheit verhinderte jedoch den Sieg: Bei einem dritten Down lief er aus dem Feld, statt drin zu bleiben und die Zeit weiterlaufen zu lassen. So hatte Rams-Spielmacher Sam Bradford im Anschluss noch 1:34 Minuten Zeit, um sein Team zum Ausgleich zu führen. In der Verlängerung reichte den Rams dann ein weiteres Field Goal. Und Alex Smith dürfte wieder Hoffnung auf einen Startplatz hegen.


NFL, 13. Spieltag

Donnerstag, 29. November

Atlanta Falcons - New Orleans Saints 23:13

Sonntag, 02. Dezember

Chicago Bears - Seattle Seahawks 17:23 n.V., Green Bay Packers - Minnesota Vikings 23:14, St. Louis Rams - San Francisco 49ers 16:13 n.V., N.Y. Jets - Arizona Cardinals 7:6, Kansas City Chiefs - Carolina Panthers 27:21, Detroit Lions - Indianapolis Colts 33:35, Buffalo Bills - Jacksonville Jaguars 34:18, Miami Dolphins - New England Patriots 16:23, Tennessee Titans - Houston Texans 10:24, Denver Broncos - Tampa Bay Buccaneers 31:23, Baltimore Ravens - Pittsburgh Steelers 20:23, Oakland Raiders - Cleveland Browns 17:20, San Diego Chargers - Cincinnati Bengals 13:20, Dallas Cowboys - Philadelphia Eagles 38:33

Montag, 03. Dezember

Washington Redskins - N.Y. Giants


Für die Play-offs qualifiziert

AFC: New England Patriots, Houston Texans, Denver Broncos
NFC: Atlanta Falcons

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