Winterport XXL: Höfl-Riesch raus, Willingen im Skisprung-Fieber
Loch, Martini und Neuner veredeln den Samstag
Deutschlands Skispringer haben zum Start der mit 100.000-Euro dotierten Team-Tour ihre erste Podestplatzierung des Winters erzielt. Das DSV-Quartett Severin Freund, Richard Freitag, Maximilian Mechler und Andreas Wank feierte beim Mannschaftswettbewerb im Rothaargebirge einen formidablen dritten Rang. Zudem erfreulich: Mit Severin Freund (145,5 Meter) absolvierte ein Schützling von Bundestrainer Werner Schuster den weitesten Sprung von der Mühlenkopfschanze.
Den Sieg vor 13.255 begeisterten Skisprung-Freunden in Hessen verbuchte überraschend Norwegen. Die favorisierten Österreicher belegten trotz Bestbesetzung mit dem Vierschanzentournee-Triumphator Gregor Schlierenzauer und dem Gesamtweltcup-Führenden Andreas Kofler nur den zweiten Platz. Hinter den Deutschen reihte sich bei frostigen Temperaturen von minus 15 Grad Japan auf Rang vier ein.
Pechstein enttäuscht: Größter Dämpfer seit Comeback
Claudia Pechstein misslang der Auftakt des Eisschnelllauf-Weltcups im norwegischen Hamar völlig. Über die ungeliebte 1500-Meter-Strecke kam die 39-Jährige überhaupt nicht in Schwung und brachte die Distanz so nur in schwachen 2:01,13 Minuten hinter sich. Mit dieser Zeit landete die Berlinerin letztlich auf einem enttäuschenden 18. Rang. Dies bedeutete zugleich Pechsteins schlechteste Platzierung seit ihrem Comeback nach zweijähriger Dopingsperre. Bereits vor dem Rennen im "Wikingerschiff" hatte Pechstein allerdings angegeben, dass sie jüngst an einem Infekt laboriert habe und sich deshalb nicht in Bestform befindet. Den Sieg auf der Olympiabahn von 1994 sicherte sich die Niederländerin Ireen Wüst, die das Direktduell mit der Weltcup-Führenden Christine Nesbitt aus Kanada für sich entschied.
Langlauf: Olsson spurtet Cologna davon
Johan Olsson hat beim Massenstartrennen der Langläufer in Nove Mesto Dario Cologna auf der Zielgeraden das Nachsehen gegeben. Durch seinen couragierten Schlussspurt erarbeitete sich der Schwede einen Vorsprung von 1,5 Sekunden auf den Weltcup-Führenden. Trotz diesem verlorenen Zweikampf über die 30 Kilometer im klassischen Stil führt Cologna weiterhin die Gesamtwertung an. Sein schärfster Widersacher um den Gesamtsieg, Petter Northug aus Norwegen, fand sich in Tschechien auf einem enttäuschenden 14. Rang wieder. Der Bieberauer Tim Tscharnke konnte als bester Deutscher Platz sieben für sich verbuchen. Seine Mannschaftskollegen Hannes Dotzler und Tobias Angerer landeten auf den Rängen 15 und 17.
Rodel-WM: Loch schnappt sich Gold und Hackl-Augenhöhe
Felix Loch hat bei der Heim-WM in Altenberg den bereits dritten Weltmeister-Titel seiner Karriere perfekt gemacht. Damit schloss der erst 22-Jährige zu seinem Idol Georg Hackl auf, der ebenfalls dreimal beim globalen Rodler-Kräftemessen triumphierte. Loch wurde im sächsischen Eiskanal, einem der anspruchsvollsten der Welt, seinem Favoritenstatus gerecht. Im ersten Lauf zauberte er einen Bahnrekord ins Tal und demonstrierte auch im Anschluss seine Extra-Klasse. Der Sohn von Bundestrainer Norbert Loch, der bereits 2008 als jüngster Rodler und 2009 Gold gewonnen hatte, verwies Albert Demtschenko (Russland) und Titelverteidiger Armin Zöggeler aus Südtirol souverän auf die Plätze zwei und drei. Weitere Deutsche schrammten am Edelmetall vorbei: Johannes Ludwig, Andi Langenhan und David Möller belegten die Ränge vier bis sechs, was im Jubel um Loch unterging. Auch im Weltcup liegt dieser auf Erfolgskurs, entschied fünf der bisherigen sieben Weltcup-Rennen zu seinen Gunsten. Damit hat Loch den Gesamtweltcup-Sieg vor Augen. Gelingt dem 22-Jährigen auch dieser Coup, würde er Georg Hackl beerben, der vor 22 Jahren als letzter deutscher Rodler die Kristallkugel einheimste.
Ski alpin: Andorra, ein Einfädel-Albtraum für DSV-Mädels
Andorra: kein gutes Pflaster für die deutschen Slalom-Damen. Nachdem Maria Höfl-Riesch - im Pyrenäen-Staat auf Bestzeit-Kurs unterwegs - bereits nach einem Einfädler im ersten Lauf ausgeschieden war, ereilte Christina Geiger im zweiten Lauf das gleiche Schicksal. Die Oberstdorferin, Zweite nach dem ersten Durchgang, raste mit tollen Zwischenzeiten durch den Stangenwald, ehe sie beim Steilhang-Finale hängenblieb und stürzte. Oben wartete noch Tanja Poutiainen. Für die Finnin sollte es noch bitterer werden: Starke Winböen jagten urplötzlich über die Piste, behinderten ihre Sicht und Stabilität so stark, dass sie aufgeben musste. Von diesen Ereignissen profitierte die österreichische Weltmeisterin Marlies Schild, die deutlich vor der Schwedin Frida Hansdotter und Teamkollegin Kathrin Zettel triumphierte, so im siebten Wetcup-Slalom den sechsten Sieg verbuchte. Tröstend aus deutscher Sicht war, dass Lena Dürr aus Germering als Siebte ihr bestes Weltcup-Ergebnis einfuhr und sich Barbara Wirth (21.) und Veronika Staber (22.) erstmals seit Januar 2011 unter den Top 30 platzierten.
Neuner unschlagbar: Biathlon-Ass beschenkt sich in Kontiolahti vorzeitig
Magdalena Neuner definiert in ihrer Abschiedssaison den Superlativ im Biathlon-Sport neu. Trotz einem Fehlstart - der erste Schuss beim Liegendanschlag verfehlte die Scheibe - verwies die deutsche Rekordweltmeisterin beim 7,5-Kilometer-Sprint in Kontiolahti die ebenfalls formstarke Konkurrenz auf die Plätze. Zwei Tage vor ihrem 25. Geburtstag zeigte sich Neuner erneut in Gala-Form und hatte am Ende 12,3 Sekunden Vorsprung auf die Finnin Kaisa Mäkärainen, die sich auf ihrer Heimstrecke den zweiten Platz vor der Darija Domratschewa schnappte. Die Weißrussin, zugleich härteste Rivalin der jüngst kranken Wallgauerin, verlor im Gesamt-Weltcup so etwas an Boden auf Neuner, die am Sonntag als Führende ins Verfolgungsrennen geht. Ihre beste Saisonleistung lieferte derweil Miriam Gössner ab, die den Wettbewerb als Sechste abschloss. Tina Bachmann (8.) und Andrea Henkel (16.) rundeten ein erfreuliches deutsches Mannschaftsresultat ab.
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