MSN Sport
04.11.2012, 21:05

EM-Qualifikation: 30:27 verhindert weitere Blamage

DHB-Team müht sich bei Handballzwerg Israel

Nach der Auftaktheimpleite gegen Montenegro haben die deutschen Handballer eine weitere Blamage in der EM-Qualifikation nur mit Mühe abgewendet. Trotz einer über weite Strecken ganz schwachen Leistung in Rishon Le Zion gewann die DHB-Auswahl gegen das international drittklassige Israel nach Pausenrückstand noch mit 30:27. Sven-Sören Christophersen traf siebenmal.

Martin Heuberger
Viel Luft nach oben: Wie beim 27:31 gegen Montenegro konnte Martin Heuberger auch gegen Israel oft nur ungläubig schauen.
© picture alliance Zoomansicht

"Ich bin recht froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Das war ein hartes Stück Arbeit. Wir haben wieder viele Chancen nicht nutzen können", sagte Bundestrainer Martin Heuberger, der aber befand: "Die Mannschaft hat trotzdem nach der Niederlage gegen Montenegro eine gute Leistung gezeigt." In der Gruppe 2 weist das deutsche Team damit nun 2:2 Punkte auf. Montenegro (4:0) und Tschechien (2:2) sind die Konkurrenten im Kampf um eines der beiden Tickets für die EM 2014 in Dänemark.

Nach dem überraschenden 27:31 gegen Montenegro am vergangenen Donnerstag boten die Heuberger-Schützlinge auch beim krassen Außenseiter Israel in der ersten Hälfte eine unterirdische Vorstellung. Vor rund 1500 Zuschauern wirkte die Abwehr wirkte unaufmerksam und ließ die nötige Aggressivität vermissen, im Angriff wurden die Bälle leichtfertig verloren und Großchancen ausgelassen. Die Folge: Nach 23 Minuten lag der Weltmeister von 2007 9:12 hinten.

Ex-Bundestrainer Heiner Brand schüttelte auf der Tribüne fassungslos den Kopf, sein Nachfolger Heuberger reagierte mit einer Auszeit. Doch bis zur Halbzeit trat im deutschen Spiel keine Besserung auf. Die Gastgeber, die sich bislang nur 2002 für eine EM qualifizierten, hielten leidenschaftlich dagegen.

Im Tor hatte der nachnominierte Martin Ziemer zunächst den Vorzug gegenüber Silvio Heinevetter und Carsten Lichtlein erhalten, die gegen Montenegro kaum einen Ball gehalten hatten. Aber auch Ziemer wurde von seiner Abwehr immer wieder im Stich gelassen, kurz vor der Halbzeit kam Heinevetter zwischen die Pfosten. Pech hatte zudem Spielmacher Martin Strobel, der eine Platzwunde am Kinn erlitt und mit vier Stichen genäht wurde.

Heuberger nahm zu Beginn des zweiten Durchgangs zahlreiche Wechsel vor. Im Angriff spielte sein Team nun zwar etwas strukturierter, doch der Außenseiter bot weiterhin Paroli (18:18/38. Minute). Die Deckung der DHB-Auswahl wirkte weiterhin schlafmützig. Auch vom Siebenmeter-Strich zeigten sich die Gäste unkonzentriert: Bis zur 40. Minute gingen von fünf Strafwürfen drei daneben.

Erst als bei Israel in den letzten 20 Minuten die Kräfte schwanden, wurde der haushohe Favorit dieser Rolle auch gerecht. Mit vier Toren in Folge setzte sich das DHB-Team bis zur 43. Minute auf 22:18 ab und sorgte damit für eine Vorentscheidung. Bis zum nächsten Qualifikationsspiel in Tschechien im April 2013 wartet noch viel Arbeit auf Heuberger.

Karabatic kehrt zurück aufs Parkett

Ein erfolgreiches Comeback auf dem Parkett feierte indes Nikola Karabatic. Der unter Betrugsverdacht stehende frühere Welthandballer kam bei Frankreichs 33:20-Erfolg in der Türkei zum Einsatz und erzielte vier Treffer. Der Ex-Kieler war am Dienstag wieder in den Kader seines Klubs Montpellier AHB aufgenommen worden.


Israel - Deutschland 27:30 (14:13)

Deutschland: Heinevetter (Füchse Berlin), Ziemer (TSV Hannover-Burgdorf) - Kneer (SC Magdeburg), Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 4/2, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Wiencek (THW Kiel) 3, Reichmann (HSG Wetzlar) 4, Müller (HSG Wetzlar), Weinhold (SG Flensburg-Handewitt) 3, Danner (MT Melsungen), Strobel (TBV Lemgo) 1, Richwien (Füchse Berlin) 1, Haaß (Frisch Auf Göppingen) 5, Pfahl (VfL Gummersbach) 1, Klein (THW Kiel) 1, Christophersen (Füchse Berlin) 7/1
Israel: Meirovich, Shikloshi Yaakov - Smoler 1, Levy, Pomeranz (9/4), Friedmann, Turel, Gerera, Halifi 6/3, Matzki, Rosental 5, Shkalim, Davda 5, Strydom, Shimoni 1
Schiedsrichter: Dentz/Reibel (Frankreich)
Zuschauer: 1700 (ausverkauft)
Strafminuten: 6 / 8
Disqualifikation: - / -

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