Montenegro verweist Heuberger-Team in die Schranken
Blamage in Mannheim: DHB-Team erhält "Warnschuss"
Das deutsche Auftreten gegen Montenegro war in jeder Hinsicht bedenklich - es stimmte hinten und vorne nicht. Die Abwehr des Weltmeisters von 2007 offenbarte große Lücken, das Torhüter-Duo Lichtlein/Heinevetter bekam die Bälle nicht zu fassen. Gegen die offensive Deckung der Montenegriner fand das deutsche Team kein Mittel, leichtfertige Ballverluste und technische Fehler führten zu leichten Gegenstoßtoren für den Außenseiter.
So nahm das Unglück seinen Lauf. Schon nach elf Minuten nahm Heuberger die erste Auszeit. "Wir kriegen keine richtige Dynamik rein. Das ist alles zu langsam. Wir müssen mehr Power entwickeln", gab er seinen Schützlingen beim Stand von 1:5 auf den Weg. Es half nichts. Selbst in Unterzahl warfen die Monenegriner die Tore, zur Pause stand es nach dem zwischenzeitliches 7:12 (22.) sogar nach einem Kempa-Trick der Gäste 11:17 - Pfiffe begleiteten das deutsche Team in die Kabine.
Heuberger wechselte im Verlaufe der Partie geradezu verzweifelt durch, auch zu Beginn der zweiten Hälfte. Die Suche nach dem top aufgelegten Matchwinner verlief jedoch erfolglos. Die eingewechselten Außen Tobias Reichmann und Dominik Klein verkürzten mit Kontern immerhin auf 13:17 (34.), doch dann übernahm Montenegro wieder die Initiative. Beim 18:26 (50.) war klar, dass nur noch ein Wunder helfen konnte. Heuberger wollte es beim Time-out heraufbeschwören: "Es ist noch genügend Zeit!" Doch die reichte bei weitem nicht, um die Partie noch umzubiegen. Abwehrchef Oliver Roggisch versuchte, der Blamage etwas Positives abzugewinnen. "Etwas Besseres als das Spiel kann uns nicht passieren. Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen. Vielleicht war das heute hier der Warnschuss."
„ Im Endeffekt haben wir nur in den letzten 15 Minuten Handball gespielt. So dürfen wir nicht auftreten. “ Oliver Roggisch
Bester Torschütze des DHB-Teams, das auf Glandorf, Kaufmann und Groetzki verletzungsbedingt verzichten musste, war vor 7247 Zuschauern Patrick Wiencek mit sechs Treffern. Allerdings scheiterte der Kreisläufer auch häufig genug am starken Keeper Mijatovic. Für Montenegro traf Drasko Mrvaljevic am häufigsten (7). Dritter Gegner in Gruppe 2 der EM-Qualifikation ist Tschechien. Nur die ersten beiden Teams sind bei der Europameisterschaft im Januar 2014 in Dänemark dabei.
EM-Qualifikation: Deutschland - Montenegro 27:31 (11:17)
Deutschland: Lichtlein (TBV Lemgo), Heinevetter (Füchse Berlin) - Kneer (SC Magdeburg) 2, Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) 4/3, Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Wiencek (THW Kiel) 5, Reichmann (HSG Wetzlar) 4, Müller (HSG Wetzlar), Weinhold (SG Flensburg-Handewitt), Danner (MT Melsungen), Strobel (TBV Lemgo) 3, Richwien (Füchse Berlin), Haaß (Frisch Auf Göppingen) 2, Pfahl (VfL Gummersbach) 4, Klein (THW Kiel) 3, Christophersen (Füchse Berlin)
Montenegro: Mijatovic, Rajkovic - Rakcevic 3, Pejovic, Melic 5, Osmajic, Mvraljevic 8, Markovic 2, Kapisoda, Grbovic, Vujovic 2, Sevaljevic 3, Roganovic 3, Simovic 4, Marko Lasica, Goran Lasica
Schiedsrichter: Lopez/Ramirez (Spanien)
Zuschauer: 7247
Strafminuten: 6 / 8
Disqualifikation: - / Roganovic (46.) 3. Zeitstrafe
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EM-Qualifikation - Tabelle
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Tschechien | 27:22 | 2 | |
| 2 | Montenegro | 31:27 | 2 | |
| 3 | Deutschland | 27:31 | 0 | |
| 4 | Israel | 22:27 | 0 | |
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