MSN Sport
08.06.2009, 09:24

Überblick: Chile gewinnt in Paraguay - Argentinien müht sich zum Sieg

Brasilien beendet Fluch, Ecuador hofft

Rekord-Weltmeister Brasilien ist voll auf WM-Kurs. Durch ein 4:0 in Uruguay übernahm die Selecao die Tabellenführer in der Südamerika-Gruppe. Der bisherige Spitzenreiter Paraguay patzte zuhause beim 0:2 gegen Chile. Argentinien mühte sich gegen Kolumbien zu einem 1:0-Erfolg und betrieb ein wenig Wiedergutmachung für das 1:6 in Bolivien. Dort gewann Venezuela am Samstag mit 1:0 und darf von der WM träumen.

Luico gegen Martin Caceres
Brasiliens Verteidiger Lucio im Zweikampf mit Uruguays Martin Caceres.
© picture-alliance Zoomansicht

Nach 33 Jahren hat Brasilien seinen "Uru-Fluch" endlich abgelegt und sich beim 4:0 für den Confed-Cup in Südafrika warm geschossen. Dabei legt die Selecao bemerkenswerte Effektivität an den Tag. Vor 55.000 Zuschauern trafen Barcas Dani Alves (11.), der frühere Leverkusener Juan (36.), Luis Fabiano (52.) und der sonst kaum in Erscheinung getretene Kaká (75. /Foulfelfmeter).

Mann des Tages im Centenario-Stadion von Montevideo war aber Julio César. Der Torhüter vom italienischen Meister Inter Mailand machte mehrere Chancen der über weite Strecken besseren Gastgeber zunichte. "Man hat den Eindruck, dass er im Spiel größer wird, oder dass er das Tor kleiner macht. Ist nicht möglich, er hält alles", lobte TV-Kommentator Galvao Bueno. Durch den ersten Erfolg in Montevideo seit 1976 kletterte der Rekord-Weltmeister auf Platz eins der Südamerika-Gruppe.

Chile gelingt die große Überraschung

Die große Überraschung gab es in Asunción: Das daheim nahezu als unschlagbar geltende Paraguay erlitt gegen Chile die erste Heimschlappe. Ohne seine den verletzten Santa Cruz und den gesperrten Cabanas, hatten die "Guaranis" kaum eine Chance. Für den ersten Triumph gegen Paraguay nach 28 Jahren sorgten Matias Fernandez (13.) und Humberto Suazo (52.). "Wir haben die Geschichte zerstört", tönte Suazo, während die Fans daheim in Santiago auf den Straßen feierten. Chiles Coach Marcelo Bielsa, Ex-Nationaltrainer von Argentinien, blieb bescheiden: "Wir haben ordentlich gespielt". Für "El Loco", den "Verrückten" wäre die WM in Südafrika eine Möglichkeit der persönlichen Revanche, nachdem er 2002 mit Argentinien in Japan in der Vorrunde mit Schimpf und Schande ausgeschieden war.

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Argentinien und Coach Diego Maradona mussten indes lange zittern, ehe der hart erkämpfte 1:0 gegen Kolumbien fest stand. Getafe-Verteidiger Daniel Diaz (56.) musste den Starstürmern Messi, Aguero und Tevez zeigen, wie es geht: vor 65.000 Zuschauern schoss er nach einem Eckball das goldene Tor. "Kolumbien war teilweise auf dem ganzen Feld überlegen", räumte Maradona ein. Der sehr blass gebliebene Messi, der zu Beginn der zweiten Hälfte per Freistoß die Latte traf, sprach von einem "unschönen Spiel", sagte aber auch: "Was zählt ist die Qualifikation"

Mascherano gegen Yepes
Ein hartes Stück Arbeit: Argentinien (li. Mascherano schlug Kolumbien (Yepes) 1:0.
© picture alliance

Neue Hoffnung schöpft Venezuela, das in Bolivien in der berüchtigten Höhe von La Paz (3600 Meter über dem Meeresspiegel) mit 1:0 gewann. Ein Eigentor von Rivero (33.) bescherte den Gästen drei Punkte. Bolivien beendete die Partie zu neunt. Werder-Neuzugang Marcelo Moreno (83./Gelb-Rot) und Reyes (90./Rot) mussten vorzeitig vom Platz.

Das Führungsquartett setzt sich ab

Fünf Spieltage vor Schluss kristallisieren sich die Teams, die sich wohl die vier direkten WM-Tickets sichern werden, immer mehr heraus. Brasilien und Paraguay (jeweils 24 Punkte), Chile (23) und Argentinien (22) haben einen beruhigenden Vorsprung auf die Verfolger Uruguay und Ecuador (je 17). Der Fünfte muss in die Playoffs gegen den Vierten der Mittelamerika-Gruppe. Venezuela (16) ist dem Duo auf den Fersen. Ecuador gewann am Sonntag bei Schlusslicht Peru mit 2:1 und darf weiter auf die dritte WM-Teilnahme in Serie hoffen.

Jefferson Montero (37.) und Carlos Tenorio (58.) sorgten in Lima dafür, dass die schon 32 Jahre währende Serie ohne Niederlagen gegen Peru Bestand hat. Peru, mit HSV-Stürmer Paolo Guerrero nach abgelaufener Sechs-Spiel-Sperre sowie dem Schalker Carlos Zambrano, durfte zwischenzeitlich dank Juan Vargas (52.) auf eines der seltenen Erfolgserlebnisse hoffen.

Der 14. Spieltag geht am Mittwoch über die Bühne. Das Spitzenspiel steigt dann in Recife, wo Brasilien es mit Paraguay aufnimmt. Argentinien muss in Ecuador ran.

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