| Vorname: | Joachim |
| Nachname: | Löw |
| Nation: | Deutschland |
| Verein: | Deutschland |
Bundestrainer äußert sich ungewohnt scharf - Tür für Wiese offen
Löw: "Manche Art von Kritik ermüdet mich"
In der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main meldete sich Löw nach seiner Auszeit erstmals in der Öffentlichkeit zurück: "Ich hatte den nötigen Abstand nach so einem intensiven Turnier. Ich gehe mit großer Motivation und Spannung mit dem Trainerteam und Oliver Bierhoff an die kommenden Aufgaben heran", sagte der 52-Jährige. Mit Vorfreude und Optimismus geht er die kommenden Aufgaben an. Und der Auftrag ist klar: Die Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien muss geschafft werden, ohne Wenn und Aber.
Löw richtete aber auch den Blick zurück und wies in ungewohnter Schärfe Kritik an der Nationalelf zurück. "Sportliche Kritik nehme ich mit allem Verstand und aller Demut an und versuche auch, daraus meine Schlüsse zu ziehen", begann Löw. Allerdings gehe es nicht an, sämtliche Sachen, die im Vorfeld der EURO 2012 noch gelobt wurden, anschließend in Frage zu stellen. Denn die Nationalelf habe in den vergangenen Jahren in Sachen Außendarstellung und Integration enorm viel bewegt, wie Löw betonte. Kritik an dieser "überragenden Leistung" wies Löw von sich: "Manche Teile der Kritik ermüden mich", sagte der Bundestrainer, "ich halte sie nicht für zielführend".
Besonders auf die nach dem Halbfinalaus aufkeimenden Diskussionen um die Leitwolfkultur, das Mitsingen der Hymne sowie eine angebliche "Verwöhnung" der Spieler ging Löw ein.
„ "Auch die Spanier haben einen Koch und kochen nicht selber" “ Bundestrainer Joachim Löw zur Kritik an der Rundumversorgung der Nationalspieler
"Die Hymne zu singen ist wunderschön", sagte Löw. "Aber ist noch lange kein Beleg für eine gute Mannschaft und schon gar kein Beweis für die Unlust, zu kämpfen", führte er fort. Dass in dieser Diskussion immer der unterschwellige Vorwurf an die Spieler mit Migrationshintergrund mitschwinge, sie 'seien keine guten Deutschen', hält Löw für fatal: "Alle unsere Spieler identifizieren sich voll und ganz mit der Mannschaft, dem Trikot und mit Deutschland", sagte er.
Auch seien die Spieler nicht verwöhnt. Das Trainer- und Funktionsteam habe vielmehr den klaren Auftrag, für eine perfekte und reibungslose Organisation und Ablauf zu sorgen. Dies sei bei allen Teams übrigens selbstverständlich: "Auch die Spanier haben einen Koch und kochen nicht selber", sagte Löw. Außerdem gibt es im Team nicht nur eine "flache Hierarchie", sondern Spieler, die in die Verantwortung gehen und diesem Führungsanspruch auch voll und ganz gerecht geworden sind. Alle Nationalspieler verkörpern Siegermentalität und wollen immer gewinnen.
In seiner Analyse der EURO 2012 - die übrigens noch lange nicht abgeschlossen ist - sah Löw viele positive Dinge. Im Vergleich zur WM 2010 habe sich sein Team "mehr Torchancen" erarbeitet und sei zudem zu "mehr Torabschlüssen" gekommen. Auf der Gegenseite stand die Defensive sicher, die Gegner kamen ihrerseits zu weniger Tormöglichkeiten als noch in Südafrika.
Allerdings folgte auch das große Aber: Denn die Analyse der Zahlen habe ergeben, dass sich die deutsche Elf in der Effizienz deutlich verschlechtert habe: "In Südafrika benötigten wir fünf Chancen für ein Tor, in Polen und der Ukraine dagegen benötigten wir neun Möglichkeiten für ein Erfolgserlebnis", so Löw.
Auch sei das Spiel gegen den Ball nicht optimal gewesen. Hier sieht der Bundestrainer in Deutschland noch Verbesserungsmöglichkeiten in der Ausbildung sowie in der Mentalität.
„ "Wir haben nicht mit unseren Waffen gekämpft, haben nicht unseren eigenen Rhythmus gefunden, haben nicht unserem eigenen Stil vertraut" “ Bundestrainer Joachim Löw über das EM-Aus gegen Italien
Für das Halbfinal-Aus übernimmt Löw, den im Vorfeld taktische Fehler vorgewofen wurden, die Verantwortung. Allerdings ließ er den Vorwurf, sich gegen Italien zu sehr auf den Gegner konzentriert zu haben, nicht gelten: Lediglich zu "15 bis 20 Prozent" sei die Squadra Azzurra im Vorfeld des Semifinals ein Thema gewesen, der Großteil der Vorbereitung wurde "auf die eigene Strategie und die eigene Spielweise" verwendet. Vielmehr sei noch zu analysieren, weshalb der Plan gegen den späteren Vize-Europameister nicht aufging: "Wir haben nicht mit unseren Waffen gekämpft, haben nicht unseren eigenen Rhythmus gefunden, haben nicht unserem eigenen Stil vertraut" führte Löw aus.
Löw führte das Aus unter anderem auf die kurze und nicht optimale Vorbereitungszeit zurück. "Manche Dinge, die wir geplant hatten, konnten wir gar nicht machen, da uns die Zeit dazu fehlte", sagte er. Erst zwei Wochen vor dem Turnier stand ihm sein kompletter Kader inklusive aller Bayern-Spieler zur Verfügung.
Testspiel
Grundsätzlich befindet sich die Nationalelf aber auf den richtigen Pfaden: "Ziel war es in den letzten zwei Jahren, eine Mannschaft zu entwickeln, die einen eigenen, dominanten Stil auf dem Platz zeigt", so Löw. Diese Aufgabe wurde erfüllt, allerdings mit einer Einschränkung: "Es sollte auch ein Team sein, das in der Lage ist, Titel zu gewinnen". Deshalb sei die Niederlage gegen Italien besonders "bitter und schmerzhaft" gewesen.
Trotz des EM-Aus wird es keine Abkehr von dieser Philosophie geben: "Fakt und grundsätzlich ist auf jeden Fall eines: unser Weg, den wir eingeschlagen haben, stimmt. Davon weichen wir nicht ab", sagte Löw bestimmt. Es gibt keinerlei Grund, von dem gewählten Konzept abzuweichen, auch.
Löw lässt für Wiese Hintertürchen offen
Zum Auftakt des neuen Spieljahrs gegen Argentinien muss Löw wegen des Termins auf etliche Stammkräfte verzichten. Auf Schweinsteiger wird er wie erwartet verzichten, das Fernbleiben der beiden England-Legionäre Podolski und Mertesacker sei mit Arsenal-Coach Arsene Wenger abgesprochen gewesen. Und es ist auch im Sinne der Spieler, dass diese zum Auftakt auf der Insel bei ihrem Verein sind und den Kampf um die Stammplätze voll wahrnehmen können.
Überraschenderweise öffnete Löw dann wieder eine Tür für Tim Wiese. Der Hoffenheimer Keeper sei nicht komplett außen vor, sagte Löw. "Andreas Köpke ist in allen sportlichen Fragen der Torhüter der erste Ansprechpartner. Niemand hat gesagt, dass es ein Ausschluss für alle Zeiten ist. Das hätte selbstverständlich ich übernommen", sagte Löw.
Vielmehr gibt es eine Situation, in der das Trainerteam jetzt junge Torhüter nachziehen und testen wolle. Wiese habe sich in den vergangenen Jahren als absolut tadelloser Sportsmann erwiesen und sowohl Löw als auch Köpke wissen, dass sie sich zu jeder Zeit auf ihn verlassen können.
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| Mannsch. I | Mannsch. II | Erg. | ||
|---|---|---|---|---|
Kasachstan | - | Irland | 1:2 (1:0) | |
Deutschland | - | Färöer | 3:0 (1:0) | |
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WM-Qualifikation Europa - Tabelle
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Deutschland | 3:0 | 3 | |
| 2 | Irland | 2:1 | 3 | |
| 3 | Österreich | 0:0 | 0 | |
Schweden | 0:0 | 0 | ||
| 5 | Kasachstan | 1:2 | 0 | |
| 6 | Färöer | 0:3 | 0 | |
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Vereinsdaten


| Teamname: | Deutschland |
| Gründungsdatum: | 01.01.1900 |
| Anschrift: | Deutscher Fußball-Bund (DFB) Otto-Fleck-Schneise 6 Postfach 71 02 65 60492 Frankfurt am Main Telefon: 0 69 - 6 78 80 Telefax: 0 69 - 6 78 82 66 |
| Internet: | http://www.dfb.de/ |
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