MSN Sport
08.10.2012, 18:38

England: Nächster Chelsea-Profi fällt aus der Reihe

FA ermittelt gegen Cole - Hodgson nominiert Duo nach

Sportlich läuft's beim FC Chelsea, nach sieben Spieltagen stehen die Londoner in der Premier League ganz oben. Spitze - auf das Verhalten einiger Chelsea-Profis traf das zuletzt nicht immer zu. Nach John Terry fiel nun auch Ashley Cole aus der Reihe. Nach dessen Wutausbruch via Twitter leitete die FA am Montag erwartungsgemäß ein Ermittlungsverfahren ein. Beim Nationalteam ist er dennoch mit dabei, auch zwei Nachwuchsakteure sind inzwischen zum Team dazugestoßen.

Ashley Cole
Wird von der FA für seinen Twitter-Wutausbruch zur Rechenschaft gezogen: Ashley Cole.
© imago Zoomansicht

Cole hatte die FA am vergangenen Freitag via Twitter als "einen Haufen Trottel" bezeichnet, wobei Trottel für das Wort "twats" noch die harmloseste Übersetzung ist. Gemeint war es deutlich unflätiger, in einer tieferen Schublade. Cole löschte sein Eintrag zwar relativ schnell wieder und entschuldigte sich, dennoch ließ der Verband den Vorfall nicht auf sich sitzen. Cole hat bis Donnerstag Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Coles verbaler Ausraster war eine Reaktion auf den Bericht der FA zur Strafe für seinen Teamkollegen Terry, in welchem dem Linksverteidiger eine konstruierte Aussage zugunsten seines Chelsea-Mitspielers vorgeworfen wird.

Die Disziplinarkommission der FA hatte den früheren "Three Lions"-Kapitän wegen rassistischer Beleidigungen gegen Gegenspieler Anton Ferdinand für vier Spiele gesperrt und mit einer Geldstrafe von 270.000 Euro belegt, nachdem ein Zivilgericht Terry zuvor freigesprochen hatte. In diesem Prozess hatte Cole für Terry ausgesagt. Mit dem Urteil der FA sah der 31-Jährige seine Aussage wohl in Zweifel gezogen.

Auch von seinem Verein muss sich Cole auf Sanktionen einstellen. Coach Roberto di Matteo hatte bereits am Wochenende angekündigt, dass den Verteidiger wegen des Verstoßes gegen die klubinternen Social-Media-Regeln eine Geldstrafe erwartet.

Nach dem Vorfall waren auch Stimmen laut geworden, die eine Nicht-Berücksichtigung Coles für die Nationalmannschaft verlangten. Eine solche hatte zum Beispiel der frühere England-Kapitän Alan Shearer gefordert. Cole stieß am Montag jedoch wie geplant zum Nationalteam, das sich auf die WM-Qualifikationsspiele gegen San Marino und Polen vorbereitet. Sollte der Linksverteidiger in beiden Partien zum Einsatz kommen, hätte er die Marke von 100 Länderspielen erreicht.

Bertrand und Shelvey rücken nach

Sein Mannschaftskollege Ryan Bertrand sowie Jonjo Shelvey vom FC Liverpool sind inzwischen auch mit von der Partie, beide wurden von Trainer Roy Hodgson nachnominiert. Der 23 Jahre alte Verteidiger Bertrand rückt für Kieran Gibbs nach, der sich beim 3:1-Erfolg des FC Arsenal in der Premier League bei West Ham United am Samstag eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte. Der 20-jährige Mittelfeldspieler Shelvey hat erstmals den Sprung aus dem U-21-Nationalteam zu den Three Lions geschafft.

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