Überblick: United patzt und jubelt doch - Arsenal siegt 7:1
Reds bleiben die Heimremis-Könige
Am Montagabend beendete der Tabellendritte Tottenham Hotspur mit dem Spiel beim FC Liverpool den 24. Spieltag. Die "Reds" müssen ebenso wie der FC Arsenal in dieser Saison offenbar um die Teilnahme am internationalen Geschäft kämpfen, was vor allem an ihrer Heimschwäche liegt: Zwar blieb Liverpool an der Anfield Road bislang noch unbesiegt, allerdings gelangen vor dem Kracher mit den Londonern in elf Spielen bei sieben Remis auch nur vier Siege.
Und auch gegen die Spurs schien der gegnerische Kasten wie vernagelt für Liverpool. Das Team von Kenny Dalglish drückte fast über das gesamte Spiel hinweg in Richtung Tor von Brad Friedel - nur wollte der Ball nicht ins Netz. Da half auch die Einwechslung von Luis Suarez, der zuletzt acht Spiele gesperrt gefehlt hatte, nichts. Zahlreiche gute Chancen ließen Gerrard & Co ungenutzt liegen, sodass sie sich am Ende mit einem Punkt begnügen mussten. Das Ergebnis dürfte nach dem Geschmack der Londoner gewesen sein, die mit ihrer defensiven Spielweise ziemlich klar machten, dass sie die Reds nur auf Distanz halten wollten - was ihnen am Ende auch gelungen ist. Tottenham bleibt auf Platz drei und hat weiterhin elf Punkte Vorsprung auf Liverpool. Die Reds ihrerseits haben nun drei Zähler Rückstand auf Platz fünf und Newcastle United.
3:3 nach 0:3 - United patzt und jubelt doch
Auf dem Papier ein Patzer, mental ein Triumph: Manchester United hat beim FC Chelsea Stehaufmännchen-Qualitäten bewiesen und nach 0:3-Rückstand noch ein 3:3 erhascht. Zwar ist die Bridge-Blockade (kein Sieg bei den Blues seit zehn Jahren) nicht beendet und Tabellenführer ManCity wieder auf zwei Punkte enteilt - als Sieger fühlte sich nach dem Topspiel am Sonntag aber naturgemäß nur die Ferguson-Truppe. Chelsea, ohne Terry (Knieprobleme) und Cole (Gelb-Rot-Sperre - erste Absenz seit April 2010!), aber mit "Torlos-Torres", der mal wieder die 1000-Minuten-Marke geknackt hatte, muss um die Champions-League-Qualifikation bangen. Newcastle und Arsenal rücken näher.
Die intensive, aber (noch) nicht unbedingt hochklassige erste Hälfte war geprägt von Uniteds klarer Überlegenheit - und Chelseas Führungstor: Sturridge zog am kurzen Pfosten locker an Evra vorbei und schoss Evans an, der nicht viel für sein Eigentor konnte (36.). Zuvor hatten die Blues allerdings zweimal Glück: erst, als Bosingwas Einsteigen gegen Young keinen Elfmeter bedeutete (9.), dann, als Neuzugang Cahill als letzter Mann Welbeck an der Sechzehnergrenze von den Beinen holte (11.). Elfmeter gab es nicht, die Rote Karte blieb stecken. Vor allem nach dem 0:1 stürmte nur United, Cech reagierte aber bei den Schüssen von Rückkehrer Young, Welbeck und dem wiedergenesenen Rooney stark.
Matas Traumtor, Rooneys Doppelpack, de Geas Sensationsflug
Die Gäste waren also eigentlich noch voll im Spiel, als der Wiederanpfiff ertönte - doch der nächste Nackenschlag ließ nur 24 Sekunden auf sich warten. Dann nutzte Torres den großzügigen Freiraum zu einer scharfen Flanke an den Fünfer, die Juan Mata krachend per Volleyschuss unter die Latte nagelte. Eine spanische Kombination deluxe, Landsmann de Gea im United-Tor war chancenlos. Ebenso beim 3:0, das nur vier Minuten später fiel: Matas Freistoßflanke köpfte David Luiz ohne echte Gegenwehr von Ferdinand in die Maschen.
0:3 - war's das? Nicht ganz, in Minute 84 war der Rückstand egalisiert! Zunächst verwandelte Rooney zwei Foulelfmeter (58., 68.), von denen der zweite in der Entstehung nicht eindeutig war. Beim ersten hatte Sturridge Evra übermotiviert gestoppt, beim zweiten Welbeck einen Ivanovic-Ausrutscher gerne angenommen. Der eingewechselte Hernandez vollendete schließlich die Aufholjagd nach Giggs' Flanke per Kopf. Wertlos wäre all das aber gewesen, wenn der viel kritisierte de Gea nicht in der Nachspielzeit einen perfekten Mata-Freistoß einfach nur sensationell aus dem Winkel geholt hätte. Der würdige Abschluss eines würdigen Topspiels.
Doppel-Demba! Ba und Cissé erhöhen den Druck auf Chelsea
Einen neuen Demba liebgewonnen, eine Abwehrstütze verloren: Newcastle United hat den 2:1-Sieg gegen Aston Villa am Sonntag teuer bezahlt. Demba Ba (30.) und der früh eingewechselte Ex-Freiburger Papiss Demba Cissé sorgten für die Tore, Letzterer setzte mit einem tollen Abschluss von der Strafraumgrenze aus gleich ein Zeichen beim Premier-League-Debüt (71.). Sekundenbruchteile vor dem 1:0 senste allerdings Warnock Newcastle-Verteidiger Ryan Taylor rüde um. Der Gefoulte musste nach langer Behandlung mit einer offenbar schweren Knieverletzung und großen Schmerzen vom Feld getragen werden. Trotzdem: Dank des neuen senegalesischen Traumsturms bleibt Newcastle in Sachen Champions League im Rennen.
ManCity mit viel Durchblick im Schneetreiben
Manchester City hat vor dem Topspiel am Sonntag gegen den Lokalrivalen Manchester United erfolgreich vorgelegt und den FC Fulham mit 3:0 besiegt. Schon nach zehn Minuten verwandelte Sergio Aguero mit einem platzierten Schuss einen sehr fragwürdigen Foulelfmeter, den zuvor Chris Baird an Adam Johnson verursacht hatte. Baird war auch beim nächsten Tor für die Citizens unglücklich beteiligt: Johnson versuchte es aus spitzem Winkel mit einer Mischung aus Torschuss und Flanke, der nordirische Abwehrspieler lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor (30.). Anschließend tat ManCity nicht mehr als nötig, es blieb bis zur Pause beim 2:0.
Die zweite Hälfte litt dann unter den stärker werdenden Schneefällen. Mehrmals musste die Partie unterbrochen werden, damit zumindest die Linienbegrenzungen freigeräumt werden konnten. Das Kombinationsspiel litt unter den schneebedeckten Rasen. Dzeko machte nach schönem Dribbling von Aguero schließlich alles klar.
Zum Auftakt des Spieltages schoss sich der FC Arsenal schon am frühen Samstagnachmittag den Frust über den bisher enttäuschenden Saisonverlauf regelrecht von der Seele und schickte die Blackburn Rovers gleich mit 7:1 nach Hause. Robin van Persie eröffnete den Torreigen schon in der 2. Minute und erzielte zudem noch zwei weitere Treffer. Erleichtert wurde der Kantersieg der "Gunners" allerdings durch den Platzverweis für Blackburns Abwehrspieler Gael Givet, der nach einem groben Foul an van Persie beim Stande von 3:1 mit Rot vom Platz musste.
Rot für Huth: Stoke legt Protest ein
Anschließend standen vor allem die Teams aus den unteren Tabellenregionen im Mittelpunkt. Schlusslicht Wigan Athletic musste in der Schlussphase gegen den FC Everton noch den 1:1-Ausgleich hinnehmen, die Wolverhampton Wanderers verließen durch ein 2:1 bei den Queens Park Rangers die Absteigsränge. Dagegen rutschten die Bolton Wanderers durch ein 0:2 beim guten Aufsteiger Norwich City unter den Strich.
Weiterhin unterlag West Bromwich Albion gegen Swansea City mit 1:2 und Stoke City gegen den AFC Sunderland 0:1. Der deutsche Ex-Nationalspieler Robert Huth (Stoke) sah in der 45. Minute die Rote Karte für ein grobes Foul an David Meyler. Gegen diese legte Stoke aber nun Protest ein. "Ich dachte sofort, dass das in eine Million Jahren kein Platzverweis war, und als ich in der Kabine mit Huthy gesprochen habe, hat er mir das Gleiche gesagt", meinte Huths Mitspieler Jonathan Woodgate.
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Barclays Premier League - Tabelle
| Pl. | Verein | Tore | Pkte. | |
|---|---|---|---|---|
| 1 | ![]() | Manchester City | 63:19 | 57 |
| 2 | ![]() | Manchester United | 59:24 | 55 |
| 3 | ![]() | Tottenham Hotspur | 44:25 | 50 |
| 4 | ![]() | FC Chelsea | 44:29 | 43 |
| 5 | ![]() | Newcastle United | 36:31 | 42 |
| 6 | ![]() | FC Arsenal | 46:34 | 40 |
| 7 | ![]() | FC Liverpool | 28:21 | 39 |
| 8 | ![]() | AFC Sunderland | 33:24 | 33 |
| 9 | ![]() | Norwich City | 34:39 | 32 |
| 10 | ![]() | Swansea City | 26:29 | 30 |
| 11 | ![]() | FC Everton | 24:27 | 30 |
| 12 | ![]() | Stoke City | 23:36 | 30 |
| 13 | ![]() | Aston Villa | 29:33 | 28 |
| 14 | ![]() | FC Fulham | 29:35 | 27 |
| 15 | ![]() | West Bromwich Albion | 24:34 | 26 |
| 16 | ![]() | Queens Park Rangers | 25:41 | 21 |
| 17 | ![]() | Wolverhampton Wanderers | 27:44 | 21 |
| 18 | ![]() | Bolton Wanderers | 28:49 | 20 |
| 19 | ![]() | Blackburn Rovers | 34:54 | 18 |
| 20 | ![]() | Wigan Athletic | 21:49 | 16 |
Barclays Premier League - Torjäger 2011/12
| 1. van Persie, Robin | FC Arsenal | ![]() |
| Spiele: 38 | Tore: 30 | |
| 2. Rooney, Wayne | Manchester United | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 27 | |
| 3. Aguero, Sergio | Manchester City | ![]() |
| Spiele: 34 | Tore: 23 | |
| 4. Adebayor, Emmanuel | Tottenham Hotspur | ![]() |
| Spiele: 33 | Tore: 17 | |
| 5. Dempsey, Clint | FC Fulham | ![]() |
| Spiele: 37 | Tore: 17 | |
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