
Liverpool: Im Falles eines Torres-Verkaufs
Benitez: "Dann trete ich zurück"
Sollte er es nicht schaffen, den Meistertitel an die Anfield Road zu holen, wäre er bei den Reds gescheitert, deutete Benitez an. Das hatte man vom Spanier, der im Februar einen neuen Fünfjahresvertrag unterschrieb, in dieser Form bislang noch nicht gehört. Die Champions League hat Benitez mit Liverpool 2005 zwar geholt, doch die Fans lechzen nach der Meisterschaft, auf die sie nun schon seit fast 20 Jahren vergeblich warten. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich jede Trophäe und jedes Spiel gewinnen will. Aber wenn sie mich fragen, was ich bevorzuge, dann sage ich die Premier League", sagte der 49-Jährige in einem Interview mit der "Times".
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Nicht selten musste sich Benitez in der Vergangenheit allerdings den Vorwurf anhören, das Abschneiden in der Königsklasse sei ihm wichtiger als der Erfolg auf nationaler Ebene. Dort läuft es für den 18-maligen englischen Meister alles andere als rund. Die von Verletzungen geplagten Reds sind nur Siebter und liegen bereits elf Punkte hinter Spitzenreiter Chelsea. Nur eines der letzten neun Pflichtspiele wurde gewonnen. Und selbst im einstigen Steckenpferd, der Champions League, droht das Aus bereits in der Gruppenphase. Es wäre das erste Mal seit Benitez' Amtsantritt 2004. "Es ist nicht leicht, diese Situation zu akzeptieren", sagte Benitez. "Aber es ist nicht das Ende der Welt. Wir müssen einfach weitermachen."
Wer weiß, wo der FC Liverpool erst ohne Fernando Torres stehen würde. Obwohl sich der Europameister immer wieder mit Verletzungen herumplagt, ist er auch in dieser Spielzeit die Lebensversicherung der Reds: Zehn Ligaspiele, zehn Tore, darunter auch der Führungstreffer beim 2:0 gegen Manchester United. Die Bilanz des Spaniers in der Premier League liest sich fast unglaublich: In 67 Partien erzielte er 48 Tore.
Kein Wunder, dass Benitez seine Zukunft mit dem Verbleib seines Goalgetters verknüpfte. Auch für einen dreistelligen Millionenbetrag dürfte Torres nicht verkauft werden, so der Spanier. Die amerikanischen Klubbesitzer George Gillett und Tom Hicks könnten bei derartigen Summen angesichts der hohen Schuldenlast, unter der der Verein ächzt, allerdings schwach werden. An potenziellen neuen Arbeitgebern mangelt es Benitez nicht: Gerüchte, dass Real Madrid, bei dem Manuel Pellegrini kurz vor dem Abschuss steht, den Coach wie schon im Sommer zurück in sein Heimatland lotsen will, halten sich hartnäckig.
Immerhin lichtet sich vor dem Heimspiel gegen Manchester City am Samstag das Liverpooler Lazarett. Kapitän Steven Gerrard, neben Fernando Torres der andere Akteur, dessen Ausfall die Reds schlichtweg nicht kompensieren können, meldete sich nach überstandenen Leistenproblemen wieder einsatzbereit. Auch Rechtsverteidiger Glen Johnson und Innenverteidiger Daniel Agger kehrten ins Training zurück.
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