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28.01.2010, 10:15

Berlin: Preetz verlangt mehr Courage

Gekas ist in der Pflicht

Als sich die Autogrammjäger postiert hatten, kam der Marschbefehl: Friedhelm Funkel ließ sein Team am Dienstagvormittag geschlossen vom Platz joggen, die folgende Trainingseinheit am Mittwochnachmittag lief unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab. Und Interviews sind in dieser Woche komplett tabu. Funkel schirmt sein Team gegen alle Einflüsse von außen ab und verlangt totale Konzentration auf den Samstag.

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Theofanis Gekas
Steht gegen seinen alten Klub Bochum in der Pflicht: Theonafis Gekas und der Hertha hilft nur ein Sieg.
© imago Zoomansicht

Er weiß genau, dass nur ein Sieg gegen Bochum die Hoffnung auf Rettung am Leben hält. "Das Spiel gegen den VfL ist kein Finale, wir haben noch 15 Finalspiele", beteuert der Coach zwar. Aber auch ihm ist klar: Schon ein erneutes Remis - wie in der Vorwoche gegen Gladbach (0:0) - würde die von der "Aufholjäger"-Kampagne entfachte Stimmung kippen lassen.

"Ganz klare Siegespflicht" erkennt Fabian Lustenberger (21) deshalb völlig zu Recht. Und Florian Kringe (27) sagt: "So druckvoll wie in der zweiten Halbzeit gegen Gladbach müssen wir gegen Bochum über 90 Minuten spielen."

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Kringe, den zu Wochenbeginn eine Nagelbett-Entzündung plagte, signalisiert sein Mitwirken: "Ich denke, ich bin dabei." Auch Theofanis Gekas (29, Hüftprellung) ist fit. Der Grieche trifft ebenso wie Keeper Jaroslav Drobny (30), der vor seinem 100. BL-Spiel steht, auf seinen Ex-Klub.

Im Bochum-Dress holte sich Gekas 2007 mit 20 Treffern die kicker-Torjägerkanone. Für Gekas & Kollegen gilt: Tore sind Pflicht.

"Wir müssen von Anfang an entschlossen auftreten und dranbleiben", fordert Manager Michael Preetz. Vor allem die ungenügende Ausbeute nach Standards macht ihm Sorgen: "Diese Tore können am Ende den Unterschied ausmachen. Wir müssen es erzwingen. Das habe ich gegen Gladbach vermisst, obwohl die Standards gut getreten waren."

Funkel hatte zuletzt gewechselt: Während beim 3:0 in Hannover Raffael (24) die Ecken von beiden Seiten trat, brachte gegen Gladbach Levan Kobiashvili (32) die Ecken von links herein - durchaus gefährlich. "Die Bälle kamen gut, an den Schützen lag es nicht", meint Kapitän Arne Friedrich (30). "Wir müssen besser einlaufen."

Preetz sieht es genauso und Funkel sagt: "Der eine oder andere Freistoß kann besser gespielt werden, die Ecken kamen gut." Als Abnehmer sind vor allem die kopfballstarken Cicero, Ramos und Friedrich gefordert - auch Neuzugang Roman Hubnik (1,91 Meter), der nach überstandener Oberschenkelverhärtung zumindest im Kader steht, könnte sich als Trumpf im Luftkampf erweisen.

Fällt eine Vorentscheidung?

Dass Hertha als einziges Team in 180 Rückrunden-Minuten ohne Gegentor blieb, hilft nur zum Teil. "Wir brauchen mehr Effektivität als gegen Gladbach", weiß Preetz.

Im Präsidium wurde zuletzt durchaus kontrovers über mögliche Verkäufe von Leistungsträgern im Januar diskutiert - für den Fall einer Pleite gegen Bochum. Die von einigen gewünschte Empfehlung an Preetz kam mangels Mehrheit nicht zustande. Auch Präsident Werner Gegenbauer war strikt dagegen, er sagt: "Egal, wies ausgeht - mit dem Spiel gegen Bochum ist noch nichts entschieden." Womöglich aber vorentschieden.

Steffen Rohr

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28.01.2010, 10:15
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