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23.10.2012, 12:08

Gladbach: Kein Lerneffekt bei den Spielern

Favre: Viel probiert, nichts funktioniert

Gladbachs Trainer Lucien Favre (54) schickte die Spieler unmittelbar nach dem Abpfiff in die Kabine und las ihnen die Leviten. Der Coach hatte vermutlich mit Entsetzen registriert, dass die beim 2:0 gegen Frankfurt gezeigten Fortschritte so schnell verpufften. Die 0:4-Klatsche in Bremen wies dramatische Parallelen zum 0:5-Untergang von Dortmund auf.

Lucien Favre
Konnte nicht so recht glauben, was er da sah: Gladbachs Trainer Lucien Favre.
© imago Zoomansicht

Auch am Samstag hielten die Borussen zunächst gut mit, um mit dem 0:1 erst den Faden zu verlieren und mit zunehmender Spielzeit dann völlig auseinanderzubrechen. Der Lerneffekt nach Dortmund? Gleich null! Denn wieder zeigte sich das Problem, dass die Mannschaft nach einem Rückstand postwendend nach vorne marschiert, sich haarsträubende Ballverluste leistet und gnadenlos ausgekontert wird. "Sorglos nach vorne zu rennen, ist bei einem konterstarken Team wie Bremen genau der falsche Ansatz. Unsere Mannschaft denkt sehr offensiv und wird dafür eiskalt bestraft", analysiert Sportdirektor Max Eberl (39). Lucien Favres Erklärung lautet ähnlich: "Wir wollten sofort antworten, anstatt ruhig zu bleiben. Wir verlieren zu viele Bälle, vergessen zu verteidigen und bezahlen teuer dafür."

Ich werde mich nicht in die Schar der unfehlbaren Experten einreihen und 'klugscheißern'. Hans Meyer auf die Frage, was es derzeit zu verbessern gibt.

Warum die Spieler keine Lehren aus der Flut an Gegentoren ziehen, bleibt ihr Geheimnis. 16-mal schlug es schon ein - eine Marke, die in der Vorsaison am 26. (!) Spieltag erreicht wurde. Wenn die Fehler auf dem Platz ständig dem gleichen Muster folgen, ist nicht immer nur der Trainer dafür verantwortlich. Beispielhaft ist auch die immense Anfälligkeit bei Standards. Vier Gegentreffer alleine nach Eckbällen bedeuten Liga-Höchstwert! "Vielleicht hängt das schon in den Köpfen drin, sodass wir bei Standards gegen uns in Panik geraten. Wir stellen uns da dumm an", sagt Thorben Marx (31).

Es muss sich Grundlegendes ändern, sonst landen die Fohlen ganz schnell im Tabellenkeller. Auch Lucien Favre muss endlich Lösungen finden. Bremen bewies, dass die Suche nach der Idealformation weitergeht. Favre wechselte seit dem Saisonstart das Personal in der Startelf (und auf der Bank) kräftig durch, er versuchte es mit verschiedenen Systemen, schob Spieler (siehe Granit Xhaka, 20) auf diversen Positionen hin und her. Das Fazit: Viel probiert, nichts funktioniert. Kapitän Filip Daems (33) warnt nach dem Bremen-Auftritt zu Recht: "Wir müssen alle wissen, dass es gefährlich werden kann."

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