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19.11.2009, 13:49

FC Bayern: Hoeneß und Beckenbauer mahnen

Hoeneß: "Ein Einzelner schafft das nicht"

Der FC Bayern München steckt aufgrund seiner sportlichen Bilanz in der Saison 2009/10 in einer Situation, in der jede Aussage eines direkt Beteiligten eine gewisse Relevanz, in manchen Fällen Sprengkraft, besitzt. Umso erstaunlicher erscheint es deshalb, dass sich mit Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer nun zwei der drei Granden, explizit und kritisch zum Führungsstil von Trainer Louis van Gaal in einem großen Zeitungsinterview äußerten.

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Fußball, Bundesliga: Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß äußern ihre Zweifel an van Gaals Führungsstil.
Überraschend offene Worte: Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß äußern ihre Zweifel an van Gaals Führungsstil.
© imago Zoomansicht

Via Bild machten der scheidende Manager und der Noch-Präsident ihre Zweifel, Bedenken und auch Ihren Unmut an Van Gaals Umgang mit den Spielern und Vereinsverantwortlichen bekannt. "Er muss lernen, Vertrauen und Verantwortung zu delegieren", fordert Beckenbauer. Und Hoeneß, der die Geschicke des Vereins seit fast 30 Jahren aus einer Frontposition heraus leitet, ergänzt: "Louis van Gaal ist der Meinung, dass er alles selbst regeln muss."

Er muss lernen, Vertrauen und Verantwortung zu delegieren. Franz Beckenbauer

Gerade diesen Punkt wollte Hoeneß auf den schwelenden Konflikt mit Mittelstürmer Luca Toni bezogen wissen. "Aber alles schafft ein einzelner nicht." Der Italiener hatte zuletzt öffentlich über "Zermürbungen" seitens des Trainers geklagt. Auf die Frage, wer von den beiden im Sommer noch da sei, antwortet Hoeneß: "Schwierig zu sagen. Im Moment gibt es eine gewisse Problematik zwischen Trainer und Spieler."

Wie auch hinsichtlich des kritischen Interviews von Philipp Lahm oder diversen Taktik-Diskussionen (Hoeneß: "Wir haben mit van Gaal vor dem Robben-Transfer klar besprochen, dass man mit diesen Spielern auch 4-4-2 spielen kann. Wir wollen 4-4-2 spielen!") vermutet der Bayern-Manager, dass "Louis auch immer noch überrascht ist von der Wucht, die hinter dem FC Bayern steckt".

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Der Ausweg aus dieser wenig erbaulichen Situation ist einfach. Denn laut Beckenbauer ist die Mannschaft des FC Bayern "die einfachste - du musst halt nur die Spiele gewinnen". Ein Dreier am Sonntagnachmittag gegen Spitzenreiter Leverkusen, der aktuell sechs Punkte weg ist, wäre nicht nur für das Führungsduo das richtige Signal, sondern laut Hoeneß der "Befreiungsschlag, damit wir wieder Ruhe reinbringen".

Louis van Gaal und Luca Toni.
Schwieriges Verhältnis: Trainer Louis van Gaal und Mittelstürmer Luca Toni.
© imago

Viereinhalb Monate nach van Gaals Amtsantritt war die fehlende Ruhe innerhalb der Mannschaft wohl das Szenario, das sich Hoeneß unter dem streng Disziplin einfordernden Niederländer am wenigsten vorstellen konnte. Die Akzeptanz des kompromisslos und oft knochentrocken wirkenden van Gaal hat zuletzt auch durch die Äußerungen Lahm und Tonis gelitten.

Videos zu Louis van Gaal

Dabei sei der Niederländer ganz anders, betonte Hoeneß. "Es gibt einen Louis van Gaal, den die Öffentlichkeit aus den TV-Auftritten kennt. Und einen, den ich kennenlerne am Freitagabend, wenn er die Vorbereitung auf das Spiel abgeschlossen hat", sagte der Manager. "Da trinkt er spanischen Rioja-Rotwein und ist total unterhaltsam. Diese Art und dieses Lächeln muss er nur mal in der Öffentlichkeit rüberbringen."

Beckenbauer meint dazu: "Vielleicht will er das gar nicht, weil er gerne als Autoritätsperson dasteht." Von Hoeneß kommt kein Widerspruch.

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19.11.2009, 13:49
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