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11.11.2009, 20:14

Bewegende Trauerandacht in Hannover

Tausende nehmen Abschied

Rund 1.000 Menschen in der überfüllten Marktkirche von Hannover und mehr als 3.000 Menschen vor dem Gotteshaus haben bei einer bewegenden Trauerandacht Abschied von Nationaltorhüter Robert Enke genommen. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger, Bundestrainer Joachim Löw mit seinen Assistenten Hans-Dieter Flick und Andreas Köpke sowie Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack erwiesen am Mittwochabend dem Verstorbenen die Ehre.

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Im Gedenken an Robert Enke: Oliver Bierhoff, Joachim Löw und Michael Ballack bei der Andacht am Mittwochabend in Hannover.
Im Gedenken an Robert Enke: Oliver Bierhoff, Joachim Löw und Michael Ballack bei der Andacht am Mittwochabend in Hannover.
© picture-alliance Zoomansicht

Unter den Trauergästen waren auch der Trainerstab von Enkes Club Hannover 96 um Coach Andreas Bergmann sowie Teamkollegen wie Jiri Stajner, Konstantin Rausch und Hanno Balitsch. Auch die früheren 96-Trainer Dieter Hecking und Mirko Slomka nahmen an der Andacht teil.

Landesbischöfin Margot Käßmann, neue Ratvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD), sagte in ihrer Predigt: "Der Tod dieses Sportlers zeigt, dass Fußball nicht alles ist in unserem Leben. Hinter Beliebtheit und Erfolg kann es auch abgrundtiefe Einsamkeit und Verzweiflung geben." Die Landesbischöfin weiter: "Leid, Schwäche und Krankheit sind Teil unseres Lebens. Dafür darf es keine Pfiffe geben, sondern Empathie und Mitleid."

Robert Enke habe nicht gewollt, dass andere Menschen ihm in diesen Weg folgen. "Er hat das Leben geliebt", sagte Käßmann.

Der katholische Pfarrer Heinrich Plochg präsentierte die Torwarthandschuhe, die Enke ihm nach einem Spiel geschenkt hatte. "Ich habe noch am Sonntag hinter dem Tor gesessen. Es ist ein großer Verlust nicht nur für die Familie."

Enkes Witwe Teresa entzündete die erste Kerze zum Gedenken. Sie hatte am Vormittag auf einer sehr emotionalen Pressekonferenz über die schweren Depressionen ihres Mannes, die am Dienstagabend im Freitod des 32-Jährigen endeten, berichtet.

Unmittelbar nach der Andacht zogen nach Polizeiangaben rund 35.000 Menschen bei einem von den Fans organisierter Trauerzug vom Stadtzentrum zur AWD-Arena. An der Spitze trugen unter anderem 96-Manager Jörg Schmadtke und Trainer Andreas Bergmann ein schwarzes Banner mit dem Konterfei von Enke und der Aufschrift "Ruhe in Frieden". An der AWD-Arena lagen Kondolenzbücher aus, vor denen sich lange Schlangen von Menschen bildeten.

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