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06.11.2009, 16:40

Bayern: Die Kritik am Trainer wird lauter

Gaal- statt Gala-Fußball

Vor sechs Monaten wurde Jürgen Klinsmann bei den Bayern nach einer 0:1-Niederlage gegen Schalke entlassen. Nach einem Intermezzo von Jupp Heynckes wurde in der Sommerpause Louis van Gaal verpflichtet. Die Hoffnung auf eine neue Ära inbegriffen. Doch in der Champions League droht nach der 0:2-Pleite gegen Girondins Bordeaux das frühzeitige Aus und in der Liga hinken die Bayern einmal mehr hinterher. Zeit für einen "dreckigen" Sieg, wie Kapitän Mark van Bommel jetzt fordert.

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Bayern München: Trainer Louis van Gaal
Seine eigenwillige Art war schon vorher bekannt: Bayern-Trainer Louis van Gaal.
© imago

"Es ist ein Moment, wo es gefährlich ist", sagte van Bommel am Freitag angesichts der Diskussionen um Trainer Louis van Gaal und der angespannten Atmosphäre mit dem eigenen Publikum nach der Heimpleite gegen Bordeaux in der Champions League. Jetzt sei kein Gala-Fußball angesagt, sondern Kampf, Leidenschaft und Punkte.

"Bayern München hat oft sehr dreckige Siege eingefahren, wenn es darauf ankam. Und alle waren danach zufrieden." Er habe wie Manager Uli Hoeneß das Gefühl, dass man noch Herbstmeister werden könne, so van Bommel.

Wir haben gegen Bordeaux schnellen Fußball gespielt - aber nicht nach vorne. Mark van Bommel

Allerdings mehrt sich die Kritik am Gaal-Fußball, so gerne hätten sie in München stattdessen Gala-Fußball, denn investiert wurde im Sommer ja kräftig und mit dem verletzten Franck Ribery konnte man sogar den großen Star halten. Umso größer ist jetzt die Ernüchterung.

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Guter Rat ist bekanntlich teuer. Umsonst gibt es ihn bei den Bayern allerdings von Präsident Franz Beckenbauer, dem die Spielphilosophie von van Gaal überhaupt nicht schmeckt. "Es ist mir ein bisschen zu viel Ball halten. Vor 20 Jahren hat man das gemacht." Er bezeichnete die Querpass-Orgien der Bayern als "furchtbar langweilig" und vermisste die Spielfreude. Und in der Tat mussten sich die Zuschauer eintöniges, zielloses Ballgeschiebe schräg zur Seite, schräg zurück, quer rüber bei wenig Tempo ansehen. Zielgerichtetes Vorgehen sieht jedenfalls anders aus. Das sieht auch Beckenbauer so: "Es nützt nichts, wenn ich hinterher sage, wir haben 70 Prozent Ballbesitz gehabt, aber das Spiel 2:0 verloren." Genau das war am Dienstag gegen Girondins Bordeaux passiert, womit Bayern erstmals seit sieben Jahren vor dem Vorrunden-Aus in der Champions League steht.

Es ist schon zu wenig, was wir im letzten Spielfelddrittel machen, vor dem Tor. Wir erarbeiten uns zu wenig Großchancen. Philipp Lahm

Van Gaal bleibt nach außen weiterhin gelassen und seinem eigenwilligen Stil treu. Am Donnerstag gab der Niederländer seinen Akteuren vor dem Wiedergutmachungs-Auftrag gegen Schalke 04 am Samstag frei, "um den Kopf frisch zu machen". Philipp Lahm prognostizierte: "Es ist wieder ein Endspiel. Wir stehen wieder mit dem Rücken zur Wand. Da müssen wir uns besser präsentieren. Und wir sollten vielleicht die erste Chance nutzen."

Zuletzt musste Klinsmann, mit dem man eigentlich auch eine längerfristige Zusammenarbeit angepeilt hatte, am 29. Spieltag die Segel streichen. Gegner damals wie heute: Schalke 04. Mit einer möglichen Entlassung befasst sich der aktuelle Fußballlehrer indes noch nicht. "Nein, das ist kein Thema für mich", sagte van Gaal. Bei einer Niederlage dürfte die Länderspielpause für alle Beteiligten bei den Bayern aber sehr lange werde.

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