MSN Sport
06.02.2012, 15:02

Aalen/Regenburg: Jahn-Keeper Hofmann wird deutlich

Hasenhüttls Joker sticht

Ralph Hasenhüttl hatte während des Topspiels "dieses Bauchgefühl". Aalens Trainer wechselte den Stürmer ein, den viele gar nicht mehr auf der Rechnung hatten: Fabian Weiß. Und das VfR-Eigengewächs erzielte mit dem ersten Ballkontakt das entscheidende 2:1. "Das fühlt sich super an", freute sich der 19-Jährige.

Fabian Weiß
Kommt und trifft: Aalens Enrico Valentini feiert den Siegtorschützen Fabian Weiß.
© imago Zoomansicht

Der eigentliche Matchwinner allerdings war Sascha Traut. Der Rechtsverteidiger, der den Siegtreffer vorbereitete, lieferte einmal mehr eine überragende Vorstellung ab und trug damit maßgeblich dazu bei, dass der VfR eine schwarze Serie beendete: Erstmals in dieser Saison gewannen die Aalener gegen eine Spitzenmannschaft.

Entscheidend für den dritten Sieg im dritten Spiel dieses Jahres war für Trainer Ralph Hasenhüttl "der unglaubliche Wille und die unglaubliche Laufbereitschaft". Und: "Ich habe allergrößten Respekt von diesem Team." Zumal die Aalener gegen Regensburg das dritte Mal nacheinander einen 0:1-Rückstand umgebogen haben. "Es kam uns entgegen, dass wir schon zweimal ein 0:1 gedreht haben. Vergangenes Jahr wäre das der Genickbruch gewesen. Jetzt wissen wir, dass wir es können", sagte Traut. Trainer Hasenhüttl: "Wir sind noch lange nicht satt." Am Dienstag kommt Tabellenführer Sandhausen zum nächsten Topspiel in die Scholz-Arena.

Die Art und Weise, wie wir verloren haben, ist zu billig. Michael Hofmann

Derweil stießen tröstende Worte bei den Regensburgern auf taube Ohren. Vier Tage nach dem 0:1 in Stuttgart musste der Jahn zum ersten Mal in dieser Saison zwei Niederlagen hintereinander quittieren. "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir haben nur 30 Minuten ordentlichen Fußball gespielt", kommentierte ein bitter enttäuschter Markus Weinzierl. Man habe direkt um die Gegentore gebettelt, meinte Mittelfeldmann Jim-Patrick Müller, nach der Pause sei kein einziger konstruktiver Angriff mehr zustande gekommen.

Keeper und Ersatzkapitän Michael Hofmann wurde deutlich. "Die Art und Weise, wie wir verloren haben, ist zu billig", sagte der 39-Jährige in die TV-Kameras und wurde tags darauf noch konkreter: "Wir müssen jetzt einfach wieder unsere Grundtugenden an den Tag legen. Das sind Siegeswille, hundertprozentige Einstellung und Lauffreude. Die nächsten Spiele sind auch ein Charaktertest." Sechser Thomas Kurz denkt ähnlich. "Wir brauchen jetzt schnellstens einen Dreier", meinte er, "sonst schaut es böse aus."

Alexander Haag / Heinz Reichenwallner

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